Fragwürdige, unsinnige oder gar schädliche Handlungen werden ja gerne unter dem Deckmantel der Tradition ausgeführt! Weil es „schon immer so war“ oder „schon immer so gemacht wurde“, muss es einfach gut sein. Oder?

Das gilt auch für das Thema „Pucken“, „Pucksack“, „Baby pucken“, mit dem ich überraschenderweise auf einem Schwangerschaftskurs konfrontiert wurde.

Um es vorab ganz klar zu sagen: Pucken halte ich für gefährlichen Schwachsinn und Kinder-Quälerei!!! Warum? Die Standard-Argumentation mit den „Grenzen“, die das Baby im Mutterleib hat, ist aus gleich einer ganzen Reihe von Gründen völlig unlogisch:

1. Das Baby im Mutterleib kann sich bewegen, wenn auch eingeschränkt: Es kann treten, boxen, sich die Augen reiben, etc.! Das Baby im Pucksack hingegen ist gestreckt wie eine Mumie und kann weder Arme noch Beine bewegen.
Wenn so ein Baby später Klaustrophobie oder sonst einen an der Klatsche hat, wundert es mich nicht!

2. Das Baby im Mutterleib schwimmt im Fruchtwasser und befindet sich somit praktisch in der Schwerelosigkeit. Im Pucksack liegt es platt auf dem Rücken, ohne seine Position ändern zu können. Alte Menschen im Heim haben da mehr Glück – sie werden wenigstens ab und zu umgebettet, um Druckstellen zu vermeiden!

3. „Sich eine Kuschelige Ecke suchen“ im Bett hat nichts mit „eingeschnürt werden wollen“ zu tun. Auch für Erwachsene gilt: Man kuschelt sich gerne in ein gemütliches Eckchen, aber das heißt noch lange nicht, dass man in eine Zwangsjacke gesteckt werden will!

In diesem Beitrag des „BERUFSVERBAND DER KINDER- UND JUGENDÄRZTE e. V. www.kinderaerzte-im-netz.de“ und im entsprechenden Beitrag auf Wikipedia werden weiterhin die folgenden Feststellungen getroffen:

+ Gefahr eines Hitzschlags bzw. einer De-Hydrierung, gerade im Sommer
+ Nerven können abgeklemmt werden
+ Risiko für Hüftdysplasien steigt an
+ Gefahr der Abplattung des Hinterkopfes
+ „Die beruhigende Wirkung des Puckens besteht darin, dass das Kind zutiefst frustriert wird“
+ „Eltern sollten daher auf das Pucken verzichten und ihrem Kind die Bewegungsfreiheit lassen, die es braucht, um sich körperlich und seelisch gesund zu entwickeln.“
+ „Das Risiko an Atemwegsinfektionen zu erkranken war in einer Studie um das Vierfache erhöht“
+ „Mütterliches Beziehungsverhalten, affektive Zuwendung und Gegenseitigkeit werden durch Wickeln nachhaltig erschwert“

Wenn Sie sich also fragen, ob Sie Ihr Baby pucken sollen, schalten Sie bitte zuerst Ihr Gehirn ein! 😉