Geben ist besser als nehmen?

Manche Leute sehen das anders. Sie nehmen und nehmen, wollen immer das Beste und das möglichst bis gestern, aber geben wollen sie nicht.

Pech für Sie, wenn diese Leute Ihre Kunden sind!

Da wäre zum Beispiel der Typ „charmanter Betrüger“: Er behandelt Sie wie seinen besten Freund, sagt Ihnen, wie toll Sie sind und wie froh er ist, dass Sie für ihn arbeiten.

Deshalb werden Sie auch nicht stutzig, wenn es mit dem Bezahlen Ihrer Rechnungen öfter mal etwas länger dauert. Kunde zahlt nicht! Irgendwann bezahlt er dann tatsächlich: So nach 2 oder 3 Monaten, komischerweise genau dann, wenn er einen neuen Auftrag für Sie hat. Zufall? Kann sein!

Es kann wirklich Zufall sein, dass er Sie immer erst dann bezahlt, wenn er wieder was Neues von Ihnen will. Es kann aber auch sein, dass er Sie irgendwann nicht mehr bezahlt, wenn es nichts Neues mehr gibt.

Felix Krull lebt!

Die bekannte Roman-Figur ist ein Prototyp, der uns leider immer wieder über den Weg läuft: Charmant, hintertrieben und nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Ohne Gewissen wird manipuliert und ausgenutzt, was das Zeug hält. Wahrscheinlich mit einer narzisstisch-psychopathischen Persönlichkeit ausgestattet, hat er keinen Ehren-Kodex und empfindet keine Räue, wenn er Leute ausnutzt oder im Extremfall sogar in den Ruin treibt.

Verlassen kann man sich bei ihm nur auf Eines: Dass man sich auf nichts verlassen kann! Unzuverlässigkeit ist die einzige Konstante.

Seine Freundlichkeit ist nicht echt. Sie ist nur Mittel zum Zweck. Etwa wie bei einem Heiratsschwindler. Wie kann man es nun als „großherzige Witwe“ vermeiden, einem solchen Heiratsschwindler aufzufliegen? Keine leichte Aufgabe!

Einen Verbrecher an seinem Aussehen erkennen?

Das können wir leider nicht. Nur allzu schnell wird man Opfer von Paranoia und macht andere zum Opfer von ungerechtfertigten Anschuldigungen. Vorsicht sich selbst gegenüber ist also angebracht.

Ich rede hier übrigens nicht davon, dass ein Kunde in eine Notlage geraten ist und deshalb einfach kein Geld zur Verfügung hat. Das kann jedem mal passieren.

Ich rede von Leuten, die von vornherein gar nicht vorhaben zu bezahlen, oder die leichtfertig Dinge anschaffen oder bestellen und dabei verdrängen, dass sie sie auch irgendwann bezahlen müssen. Wie zum Beispiel …

Der windige Miss-Wahlen-Veranstalter vom Bodensee

Er engagierte mich einst als Sänger zu einer Miss-Wahl. Er scheute keine Mühen: Aufwändige Deko, eine Choreographin für die Kandidatinnen, eine Moderatorin, diverse B-Promis in der Jury. Sogar lokale TV- und Rundfunk-Sender waren vertreten. Nur Besucher waren kaum da.

Die Moderatorin bekam nach der Show eröffnet, dass sie mit dem windigen Veranstalter im Doppelbett schlafen dürfe. Irgendwie hat sie es geschafft, sich bei einer der Kandidatinnen einzuquartieren und der windige Veranstalter ging leer aus.

Doch der windige Veranstalter trickst nicht nur, um Frauen ins Bett zu kriegen. Er trickst auch, um nicht bezahlen zu müssen. Und das regelmässig, skrupellos und ungestraft. Mit den vollstreckbaren Titeln gegen ihn lassen sich wahrscheinlich ganze Villen tapezieren – auch ich bin stolzer Eigentümer eines solchen Exemplars – zum Bezahlen konnte ihn indessen noch niemand bewegen.

Ab in den Knast?

Wenn´s mir nach ginge, ja! Solange, bis er bezahlt hat. Nach mir geht´s aber nicht. Und so kauft und bucht der windige Veranstalter weiterhin, lebt in Saus und Braus und Geld braucht er keines, denn wer einfach nicht bezahlt, kommt wunderbar ohne klar.

Postfach-Adresse in Österreich, Postfach-Adresse in der Schweiz und zu Hause in Deutschland nie anzutreffen, so einfach geht das.

Als Gläubiger muss man den Gerichtsvollzieher für jeden Einsatz bezahlen, ob er Erfolg hat oder nicht. Hat er natürlich nicht. Entweder ist der Herr nicht da oder er hat nichts zum Pfänden dabei. Zur Verantwortung gezogen wird er nie.

Fazit

Welche Möglichkeiten haben Sie nun als Geschäftsmann, um sicher zu stellen, dass Ihre Rechnungen auch bezahlt werden? Lassen Sie sich im Voraus bezahlen oder gehen Sie immer nur bis zu einem bestimmten Punkt in Vorleistung!

Zwar stehen wir in Deutschland mit 79 % pünktlich beglichenen Rechnungen im Jahr 2014 im Vergleich zu 46% in Griechenland (wer hätte das gedacht) noch relativ gut da. Es bedeutet aber auch, dass 21 %, also mehr als jeder fünfte eben nicht pünktlich bezahlen.

Und im Endeffekt müssen Ihre pünktlich zahlenden Kunden das mit tragen. Nach meiner Erfahrung und Einschätzung weigern sich nur diejenigen Kunden, eine Anzahlung zu leisten, die ohnehin nicht vorhaben, überhaupt zu bezahlen. Und auf die können wir doch alle dankend verzichten! 😉

Wie sehen Sie das? Hinterlassen Sie einen Kommentar!